Projektion am Vorabend des Holocaust-Gedenktages

Am Vorabend des Holocaust-Gedenktages wollen wir mit einer Projektion an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern und gleichzeitig gegen die Normalisierung des Rechtsextremismus auftreten. Wir wissen: Die Vergangenheit ist kein Kapitel, das wir einfach schließen können, eine ständige Auseinandersetzung und Beschäftigung sind notwendig, eine Vermittlung auch an all jene, die sie nicht erlebt haben.

In Österreich regiert eine rechtsextreme Partei mit: Die FPÖ hat zahllose Male bewiesen, wie sie mit der Vergangenheit umzugehen gedenkt. Von ihr geförderte und mitfinanzierte Magazine beschimpfen Überlebende des KZ Mauthausen als „Massenmörder“ und „Landplage“, der Tag der Befreiung vom NS-Regime wird von FPÖ-Politikern allein der Trauer um die gefallenen Soldaten der Wehrmacht gewidmet, sie bezeichnen sich als „die neuen Juden“ und wollen Geflüchtete heute in Lagern „konzentrieren“. Die kurzen medialen Aufschreie, die keine Folgen haben, zeigen, wie sehr wir uns an den Rechtsextremismus im Alltag und an seine Sprache und Denkmuster gewöhnt haben. Rechtsextremismus ist jedoch nicht alltagstauglich, sondern zeigt katastrophale Folgen. Deshalb wollen wir uns seinem Erstarken gemeinsam entgegenstellen.

Gemeinsam mit starsky (siehe auch http://starsky.at/), Visualistin, Künstlerin und Absolventin der Universität für angewandte Kunst, werden wir den Mauthausen Schwur auf das äußere Burgtor am Heldenplatz projizieren, um daran zu erinnern, dass die Vergangenheit nicht in Büchern, Museen und auf Friedhöfen liegt, sondern unser aller Leben beeinflusst: unseren Alltag, mitten in Wien, heute, am Heldenplatz. Komm vorbei!

Die Projektion wird zwischen 19:00 und 21:00 Uhr stattfinden und ist am besten vom Maria-Theresien-Platz (zwischen den beiden Museen) zu sehen.