{"id":1035,"date":"2016-01-15T12:43:19","date_gmt":"2016-01-15T12:43:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jetztzeichensetzen.at\/?page_id=1035"},"modified":"2016-01-26T16:00:36","modified_gmt":"2016-01-26T16:00:36","slug":"70-jahre-befreiung-von-auschwitz-70-jahre-bauen-an-einem-demokratischen-offenen-osterreich-und-europa-2","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.jetztzeichensetzen.at\/?page_id=1035","title":{"rendered":"70 Jahre Befreiung von Auschwitz \u2013 70 Jahre Bauen an einem demokratischen, offenen \u00d6sterreich und Europa"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2015 j\u00e4hrt sich die Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Auschwitz durch die alliierten Truppen der Roten Armee zum 70. Mal. Als breites <a href=\"http:\/\/www.jetztzeichensetzen.at\/?page_id=743\">zivilgesellschaftliches B\u00fcndnis<\/a> wollen wir am <em>Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts<\/em> an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen erinnern.<\/p>\n<p>Am 27. J\u00e4nner 1945 wurde das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Die Befreiung erfolgte zu sp\u00e4t &#8211; viel zu sp\u00e4t. Bis dahin wurden in Auschwitz 1,1 Millionen Menschen von \u00f6sterreichischen und deutschen Nazis ermordet: mehr als 1 Million Menschen, die als J\u00fcdinnen und Juden verfolgt wurden, 21.000 Angeh\u00f6rige der Romgruppen, 15.000 sowjetische Kriegsgefangene und mehr als 80.000 aus politischen und anderen Gr\u00fcnden nach Auschwitz Deportierte. Stellvertretend f\u00fcr alle Orte des Holocausts wurde das Datum der Auschwitz-Befreiung als <em>Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust<\/em> von der UNO ausgerufen.<\/p>\n<p>Auch 70 Jahre nach der Befreiung tragen wir eine gesellschaftliche Verantwortung f\u00fcr das Geschehene und wollen daher am 27.01.2015 an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik denken, an sie erinnern, damit so etwas nie wieder geschehen kann.<\/p>\n<p>Der Aufbau von funktionierenden demokratischen Strukturen in den Nachfolgestaaten des NS-Regimes, die Entwicklung selbstbestimmter und starker Zivilgesellschaften und das \u201e\u00dcberwinden\u201c von Ressentiments, Verachtung und Hass vermeintlich \u201eAnderen\u201c gegen\u00fcber dauert jedoch bis heute an. Demokratie, Respekt, garantierte Grund- und Menschenrechten sind nichts Selbstverst\u00e4ndliches, sondern m\u00fcssen von Gesellschaften immer wieder errungen und abgesichert werden, um an k\u00fcnftige Generationen weitergegeben werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Noch immer gibt es Antisemitismus und Rassismus in \u00d6sterreich, laut einer im Mai 2014 ver\u00f6ffentlichten Umfrage der <em>Anti-Defamation League<\/em> meinen 42% der \u00d6sterreicher_innen, Juden und J\u00fcdinnen h\u00e4tten zu viel Einfluss auf die internationalen Finanzm\u00e4rkte. 30% glauben, Juden und J\u00fcdinnen w\u00fcrden Zeitungen und die Medienwelt kontrollieren. Die antisemitischen Mythen sind nicht Geschichte, sie wirken noch immer. Dagegen m\u00fcssen wir uns mit aller Entschiedenheit stellen, Antisemitismus darf nicht toleriert werden, denn wir wissen, wohin er gef\u00fchrt hat. Der Antisemitismus-Bericht der europ\u00e4ischen Grundrechteagentur sowie die Studie der ADL f\u00fchren uns deutlich vor Augen, dass Ausgrenzung, Verfolgung und Bedrohung von Juden und J\u00fcdinnen in diesem Europa nicht der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Grund, sich in Sicherheit zu wiegen und zu glauben, dass sich Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus, Hass und Menschenhatz nicht wiederholen k\u00f6nnen. Es liegt in unserer Verantwortung, gegen Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung, rechte Hetze und Nationalismus aufzutreten.<\/p>\n<p>Der Internationale Gedenktag an die Opfer des Holocausts am 27. J\u00e4nner ist einerseits ein Zeichen dieser kollektiven Verantwortung, indem wir uns erinnern und dadurch Lehren f\u00fcr die Zukunft ziehen, dass sich die Verbrechen, die Millionen von Menschen das Leben gekostet haben, nicht wiederholen. Wir wollen Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen, dass wir die Lehren aus dem Holocaust verwirklichen und wir unverbr\u00fcchlich f\u00fcr Demokratie, Menschenw\u00fcrde sowie f\u00fcr Grund- und Menschenrechte einstehen.<br \/>\nDas offizielle \u00d6sterreich gedenkt am 27. J\u00e4nner 2015 in einer Veranstaltung im Parlament \u2013 wir fordern, dass dieser Tag auch in \u00d6sterreich als offizieller Gedenktag deklariert wird.<\/p>\n<p>Gesellschaften sind vielf\u00e4ltig. Demokratie braucht Demokrat_innen, braucht Menschen, die diese gestalten und sich in ihr engagieren. Seit der Befreiung der Konzentrationslager vor 70 Jahren haben sich \u00dcberlebende aller verfolgten Gruppen selbst, ihre Nachkommen, Widerstandsk\u00e4mpfer_innen, Nachbar_innen und Kolleg_innen f\u00fcr ein demokratisches \u00d6sterreich und Europa engagiert.<br \/>\nDieses Engagement wollen wir bei der Gedenkveranstaltung am 27. J\u00e4nner 2015 in den Mittelpunkt stellen.<\/p>\n<p>Moderation:<br \/>\nKatharina Stemberger<\/p>\n<p>Geb\u00e4rdendolmetsch:<br \/>\nSabine Zeller<\/p>\n<p>RednerInnen:<\/p>\n<p>Irma Schwager (\u00dcberlebende Widerstandsk\u00e4mpferin, Ehrenvorsitzende der KP\u00d6)<br \/>\n<br \/>Pr\u00e4sident des International Council of Christians and Jews<br \/>\n<br \/>Olivia Kaiser-Dolidze (Verein GEDENKDIENST)<br \/>\n<br \/>Waltraud Barton (Verein IM-MER)<br \/>\n<br \/>Raimund Fastenbauer (IKG)<br \/>\n<br \/>Stadtrat Manfred Jurczka<br \/>\n<br \/>Vizeb\u00fcrgermeisterin Marie Vassilakou<br \/>\n<br \/>B\u00fcrgermeister Michael H\u00e4upl<\/p>\n<p>Musikalische Begleitung:<br \/>\nChor Gegenstimmen<\/p>\n<p>Am 27. J\u00e4nner 2015 setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus, Menschenhass und Ausgrenzung. Wir \u00fcbernehmen Verantwortung f\u00fcr die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Wir sind laut, wenn Menschen ausgegrenzt, wenn Schwache ihrer Menschenrechte beraubt, wenn Menschen instrumentalisiert werden.<\/p>\n<p><strong>Wir laden alle herzlich ein, gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Am Dienstag, dem 27. J\u00e4nner 2015, um 17.00 Uhr am Heldenplatz beim Weiheraum des \u00e4u\u00dferen Burgtors in 1010 Wien.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2015 j\u00e4hrt sich die Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Auschwitz durch die alliierten Truppen der Roten Armee zum 70. Mal. Als breites zivilgesellschaftliches B\u00fcndnis wollen wir am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen erinnern. Am 27. 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