{"id":868,"date":"2014-05-31T18:42:07","date_gmt":"2014-05-31T18:42:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jetztzeichensetzen.at\/?page_id=868"},"modified":"2014-06-02T09:18:09","modified_gmt":"2014-06-02T09:18:09","slug":"4-juni-orte-der-aufklarung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.jetztzeichensetzen.at\/?page_id=868","title":{"rendered":"4. Juni Orte der Aufkl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Jetzt Zeichen setzen!<\/b><\/p>\n<p><b>4. Juni \u00a0Orte der Aufkl\u00e4rung<\/p>\n<p><\/b><br \/>\n<br \/>Am 4. Juni ziehen deutsch-nationale Burschenschafter unter dem Motto \u201eFest der Freiheit\u201c durch die Wiener Innenstadt. Diese Veranstaltung soll der Revolution von 1848 gedenken. Angemeldet wurde die Demonstration vom Verein \u201eForschungsgesellschaft Revolutionsjahr 1848\u201c. Das \u201eFest der Freiheit\u201c steht f\u00fcr den Versuch von Ewiggestrigen, die Geschehnisse des Revolutionsjahrs 1848 f\u00fcr ihre Zwecke umzudeuten und zu instrumentalisieren.<\/p>\n<p>Wir sehen dieser Verdrehung der Geschichte nicht tatenlos zu! Wir \u00fcberlassen die Deutungshoheit des Vergangen nicht den Ewiggestrigen! Deshalb schafft das zivilgesellschaftliche B\u00fcndnis \u201eJetzt Zeichen setzen\u201c (<a href=\"http:\/\/www.jetztzeichensetzen.at\">www.jetztzeichensetzen.at<\/a>), das sich aus \u00fcber 30 Organisationen zusammensetzt, an drei Standorten in Wien \u201eOrte der Aufkl\u00e4rung\u201c, um \u00fcber historische Hintergr\u00fcnde und Verdrehungsversuche zu informieren.<\/p>\n<p><b><i>Orte der Aufkl\u00e4rung \u2013 Wege zur Demokratie<\/i><\/b><\/p>\n<p>MORZINPLATZ 15.00 &#8211; 18.00 Uhr<\/p>\n<p>Am Morzinplatz stand das Hotel M\u00e9tropole, das 1938 von der Gestapo zu einem zentralen \u00a0Ort der Organisation der Verfolgung im Zuge des NS Terrors in Wien gemacht wurde. Dieser Ort erinnert uns nicht nur an die Opfer der Verfolgungen, sondern auch an die T\u00e4ter und jene, die aktive Rollen innerhalb des Regimes innehatten. Eine un\u00fcbersehbare Zahl von ihnen war vor 1938 in Burschenschaften organisiert.<br \/>\nWir stehen am Morzinplatz, um das Ablenkungsman\u00f6ver der Traditionslinie 1848 nicht zuzulassen und die Verstrickung der Burschenschaften in das NS System aufzuzeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<br \/>STEPHANSPLATZ 15.00 &#8211; 18.00 Uhr<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchling 1848 wurde die sog. \u201eSlawische Barrikade\u201c am Stephansplatz errichtet und die Wiener Innenstadt zu einem zentralen Ort der Revolution. Trotz der anf\u00e4nglichen Erfolge wurden die demokratischen Bestrebungen niedergeschlagen und in \u00d6sterreich zeichneten sich nur schwache Erfolge ab. Erst Jahre nach der gescheiterten Revolution wurden \u00a0die heute bekannten rechtsextremen Burschenschaften gegr\u00fcndet. Dass gerade Wiener Burschenschaften das Jahr 1848 feiern wollen, verdeutlicht: Sie sind um einen Deckmantel f\u00fcr ihre antisemitische, rassistische und sexistische Gesinnung und Geschichte bem\u00fcht.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<br \/>DENKMAL DER REPUBLIK 15.00 &#8211; 18.00 Uhr<\/p>\n<p>Das Denkmal der Republik wurde am 12. November 1928 \u2013 zum zehnten Jahrestag der Proklamierung der demokratischen Republik \u2013 enth\u00fcllt. In dieser Zeit trugen deutsch-nationale Burschenschaften, die explizit als Hakenkreuzler und Nationalsozialisten auftraten, bereits zur Radikalisierung und zu militantem Antisemitismus bei. Die deutsch-nationalen Burschenschaften sind bem\u00fcht ihre Rolle und Verantwortung auf dem Weg \u00d6sterreichs in den Nationalsozialismus zu verdecken. Doch bevor die \u00f6sterreichischen Burschenschaften 1938 beh\u00f6rdlich aufgel\u00f6st wurden, gliederten sich in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund ein. Diese ungebrochene Kontinuit\u00e4t gilt es zu benennen.<\/p>\n<p><b><i>Geschichtsrevisionismus \u201eleicht gemacht\u201c: <\/i><\/b><b><i>Das <\/i><\/b><b><i>\u201e<\/i><\/b><b><i>Fest<\/i><\/b><b><i> der Freiheit\u201c<\/i><\/b><\/p>\n<p>Der gemeinhin als \u201eb\u00fcrgerliche Revolution\u201c dargestellte Aufstand war ein anfangs breiter gesellschaftlicher Protest gegen die absolutistisch herrschenden Monarchen. Die Revolution von 1848 war ein bedeutender Moment im Prozess hin zur Ersten Republik 70 Jahre danach.<br \/>\nImmer wieder stellen sich deutsch-v\u00f6lkische Burschenschaften und burschenschaftsnahe Organisationen in die historische Tradition von 1848, auch wenn viele von ihnen erst Jahre oder Jahrzehnte danach gegr\u00fcndet wurden. Durch ihren Geschichtsrevisionismus m\u00f6chten sie ihre Funktion als Sammelbecken der Rechtsextremen unter dem Schleier der \u201atoleranten Urdemokraten\u2018 verh\u00fcllen. Dabei versuchen sie auch ihr rechtsextremes Wertesystem \u00fcber Begriffe wie \u201eFreiheit\u201c zu legitimieren und eine \u00f6ffentliche Akzeptanz zu erlangen.<\/p>\n<p>Doch die Demokratisierung der Gesellschaft hin zum heutigen Parlamentarismus war ein komplexer, durch viele AkteurInnen gepr\u00e4gter Prozess. Ebenso ist die Revolution von 1848 vielf\u00e4ltiger gewesen als von den Ewiggestrigen dargestellt. Die erste Phase der Revolution war noch von einem ,klassen\u00fcbergreifenden\u2018 Charakter gekennzeichnet. Doch der vermeintliche Konsens zerbrach und so er\u00f6ffnete die b\u00fcrgerliche Nationalgarde, in deren Tradition sich die Burschenschaften stellen, w\u00e4hrend der \u201aPraterschlacht\u2018 in Wien das Feuer auf demonstrierende ArbeiterInnen. Auch wurden die Emanzipationsbewegungen politisch agierender Frauen bel\u00e4chelt, eingeschr\u00e4nkt und verboten. Zugleich war der Antisemitismus schon 1848 innerhalb jener Gruppen, als deren Nachfolger sich die Burschenschaften heute sehen, vorhanden. Insbesondere nach der gescheiterten Revolution erlangte der Antisemitismus immer gr\u00f6\u00dferer Bedeutung \u2013 Aspekte, die der rechte Geschichtsrevisionismus verschweigt oder verdreht.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen und werden au\u00dferdem nicht vergessen, welche Rolle die deutsch-nationalen Burschenschaften vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Zeitgeschichte hatten: Sexismus, Rassismus und Antisemitismus pr\u00e4g(t)en ihr Handeln. Viele von ihnen wurden zu Akteuren im nationalsozialistischen Regime. So ist eine glaubhafte und vollst\u00e4ndige Abgrenzung zum Nationalsozialismus angesichts der inhaltlichen, personellen und institutionellen Schnittmengen nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>\u201eJetzt Zeichen setzen\u201c tritt aktiv gegen eine Umdeutung der Aufkl\u00e4rung, gegen eine rechtsextreme Interpretation demokratischer Werte und gegen die Ausgrenzungsideen in \u201afreiheitlichen Phrasen\u2018 auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<br \/><b><i>Wer wir sind:<\/i><\/b><\/p>\n<p>\u201eJetzt Zeichen setzen\u201c macht sich f\u00fcr die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, gegen rassistisches, antisemitisches und sexistisches Gedankengut, gegen rechte Hetze und gegen Diskriminierung und Gewalt stark. Wir sind ein zivilgesellschaftliches B\u00fcndnis aus \u00fcber 30 Organisationen, das die Gefahr von Rechts thematisiert und mit inhaltlicher Auseinandersetzung aufkl\u00e4ren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt Zeichen setzen! 4. 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