Gedenkveranstaltung 27. Jänner 2018

In Zukunft erinnern – Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2018

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee zum 73. Mal. Stellvertretend für alle Orte der NS-Vernichtung wurde das Datum der Auschwitz-Befreiung von der UNO als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust ausgerufen.
Zeitzeug_innen erzählen unermüdlich den nachfolgenden Generationen, wohin Hass, rassistischer Wahn und Diskriminierung führen können. Doch bald wird die nächste Generation die Verantwortung übernehmen müssen: dafür, dass die Erinnerung an die Menschen, die von Nationalsozialist_innen und Mitläufer_innen verfolgt und ermordet wurden, nicht aufgegeben wird.
Gemeinsam mit Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., und der Zeitzeugin Helga Feldner stellen wir uns der Frage: Wie wird Erinnern in Zukunft ausschauen, wenn niemand uns erinnern kann, die/der die Zeit des Nationalsozialismus persönlich miterlebt hat?

Was geschehen ist, was vergangen ist, ist historisch. Die Shoa, der Genozid an den Roma und Sinti und die Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs finden sich bald nur noch in Geschichtsbüchern, in Gedenkstätten, in Museen und in Filmen. Die strukturellen Nachwirkungen dieser Zeit, sind jedoch noch spürbar. Genauso wie die Ideologie der Ungleichheit und des Auseinanderdividierens noch heute inmitten unserer Gesellschaft verankert sind. Eine Beschäftigung mit der Vergangenheit muss uns also wichtig sein, um Lehren für das Heute zu ziehen. Die entscheidende Frage muss sein: Wie können wir eine Wiederholung verhindern?

Die letzten Jahre zeigen, dass rechtsextreme Rhetorik und Ideologie nicht nur salonfähig geworden sind sondern in der österreichischen Regierung sitzen, dass rassistische und antisemitische Straftaten steigen, antiziganistische Schmierereien auf Plakaten und Häuserwänden sowie Übergriffe gehören in ganz Europa längst zum Alltag.

Umso wichtiger ist es, dass wir uns für eine Fortsetzung einer lebendigen und nachhaltigen Erinnerungskultur einsetzen. Die Berichte und mahnenden Stimmen der Zeitzeug_innen müssen hörbar und spürbar bleiben, auch in der herannahenden Zeit, in der die Zeitzeug_innen selbst ihre Stimme nicht mehr erheben können.

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Moderation: Susanne Scholl
Gebärdendolmetsch: Sabine Zeller
Musikalische Begleitung: Ivana Ferencova und Chor

Programm
Begrüßung durch VertreterIn der Arbeiterkammer
Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D.
Zeitzeugin Helga Feldner-Busztin
Sharon Krichely, Jüdische österreichische Hochschüler_innen und Samuel Mago, Romano Centro

Im Anschluss wird es die Möglichkeit eines stillen und individuellen Gedenkens anlässlich des 73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau geben.

Uhrzeit: 18:00
Ort: Diplomatische Akademie
Favoritenstraße 15A
1040 Wien

Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei.